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M2-Bestehensgrenze und Benotung: 60-%-Regel, 22-%-Regel und Rechenbeispiele

Die Bestehensgrenze des M2 steht erst nach der Prüfung fest. Hier sehen Sie, wie 60-%-Regel und 22-%-Regel zusammenwirken und wie aus den IMPP-Zahlen Bestehensgrenze und Noten folgen.

Updated October 2026. 7 min read

Die Bestehensgrenze des M2 ist eine Zahl, die erst nach der Prüfung feststeht. Bestanden ist, wer mindestens 60 % der Aufgaben richtig hat oder höchstens 22 % unter dem Durchschnitt der Referenzgruppe liegt. Es zählt der niedrigere der beiden Werte. Im Frühjahr 2026 ergab das 179 von 317 gewerteten Aufgaben, also etwa 56,5 %. Die Note hängt vom Anteil der richtigen Antworten oberhalb der Grenze ab: sehr gut ab 75 %, gut ab 50 %, befriedigend ab 25 %. Auf dieser Seite rechnen wir beides mit den echten Zahlen vor.

Zwei Regeln, ein Wert

§ 14 Abs. 6 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO) legt die Bestehensgrenze fest. Es gibt zwei Wege zum Bestehen, und beide werden für jeden Termin berechnet:

  • Absolute Regel: Sie haben mindestens 60 % der Aufgaben zutreffend beantwortet.
  • Relative Regel: Ihre Leistung liegt höchstens 22 % unter dem Durchschnitt der Referenzgruppe. Das IMPP rechnet das als „mindestens 78 % des Referenzdurchschnitts“ um.

Das IMPP beschreibt: Beide Werte werden berechnet, und der kleinere Zahlenwert bestimmt die Bestehensgrenze. Für Sie heißt das: Die Grenze liegt nie über 60 % der gewerteten Aufgaben (auf eine ganze Zahl aufgerundet). Sie kann aber darunter fallen, wenn der Termin schwer war und die Referenzgruppe schlechter abgeschnitten hat.

Wer die Referenzgruppe ist

Die Referenzgruppe besteht aus Erstteilnehmenden, die die Prüfung nach der Mindeststudienzeit ablegen. Beim Zweiten Abschnitt sind das fünf Jahre, beim Ersten Abschnitt zwei. Wiederholer und Prüflinge mit längerer Studiendauer sind nicht Teil der Referenzgruppe, ihre Ergebnisse zählen nicht für den Durchschnitt, wohl aber für die bundesweite Statistik.

Im Frühjahr 2026 umfasste die Referenzgruppe 899 Erstteilnehmende. Von ihnen bestanden 98,0 %. Bei allen 5.060 Teilnehmenden lag die Quote mit 96,9 % etwas niedriger, 159 Personen bestanden nicht.

Rechenweg 1: Das Beispiel des IMPP

Das IMPP führt ein Beispiel mit 320 Aufgaben vor. Der Referenzdurchschnitt liegt dort bei 243,98 richtigen Antworten.

SchrittRechnungErgebnis
Absolute Grenze60 % von 320192
Relative Grenze, roh243,98 × 0,78190,3044
Relative Grenze, festgelegtnächsthöhere ganze Zahl191
Bestehensgrenzekleinerer Wert191

Das IMPP weist ausdrücklich darauf hin, dass die Grenze weder gerundet noch einfach aufgerundet wird. 190 wäre falsch, weil 190 um 22,13 % unter dem Durchschnitt liegt und damit mehr als 22 %. Die kleinste ganze Zahl, die die Vorgabe einhält, ist 191.

Rechenweg 2: Frühjahr 2026

Im Frühjahr 2026 wurden drei fehlerhafte Aufgaben gestrichen, es blieben 317. Der Referenzdurchschnitt lag bei 229,0 richtigen Antworten, das sind 72,2 %.

SchrittRechnungErgebnis
Absolute Grenze, roh60 % von 317190,2, also 191
Relative Grenze, roh229,0 × 0,78178,62, also 179
Bestehensgrenzekleinerer Wert179 (laut IMPP bestätigt)
Anteil der Grenze179 von 317ca. 56,5 %

Die Rechnungen sind unsere, nachgerechnet aus den veröffentlichten Zahlen. Das Ergebnis deckt sich mit der Grenze, die das IMPP für den Termin ausweist. Lehre daraus: In diesem Termin entschied die relative Regel, nicht die 60-%-Marke. Es reichten rund 56,5 %, weil die Referenzgruppe im Mittel nur 72,2 % erreichte.

Nehmen Sie daraus nicht mit, dass 56 % genügen. Die Grenze eines künftigen Termins kann höher oder niedriger liegen und liegt höchstens bei 60 %. Wer nur auf die Grenze lernt, hat keinen Puffer. Planen Sie mit einem Zielwert deutlich darüber.

Warum die Grenze für Einzelne abweichen kann

Gestrichene Aufgaben werden nicht gewertet, und die Gesamtzahl sinkt (§ 14 Abs. 4 ÄApprO). Die Verminderung darf Ihnen nicht schaden. Das IMPP beschreibt dazu einen Nachteilsausgleich: Wer bei einer gestrichenen Aufgabe eine anerkannte Lösung gewählt hatte, geht mit in die Vergleichsberechnung ein. Wer dort falsch lag, wird mit entsprechend reduzierter Aufgabenzahl bewertet. Deshalb können für verschiedene Personen minimal verschiedene Grenzen gelten. Bei Dezimalwerten gilt weiterhin die nächsthöhere ganze Zahl.

Praktisch ist das selten relevant. Es erklärt aber, warum auf Ihrem Ergebnisbescheid eine eigene Bestehensgrenze steht, die geringfügig von der veröffentlichten abweichen kann.

Wie die Note entsteht

Die Note richtet sich nach dem Anteil der richtigen Antworten bei den Aufgaben, die über die Mindestzahl zum Bestehen hinausgehen (§ 14 Abs. 7 ÄApprO):

NoteAnteil der zusätzlichen AufgabenFrühjahr 2026: richtige Antworten
sehr gutmindestens 75 %283 bis 317
gut50 % bis unter 75 %248 bis 282
befriedigend25 % bis unter 50 %214 bis 247
ausreichendkeine oder unter 25 %179 bis 213

So kommen die Zahlen zustande: 317 minus 179 ergibt 138 „zusätzliche“ Aufgaben. 75 % davon sind 103,5, also 179 plus 103,5 = 282,5, aufgerundet 283. Für „gut“ rechnen wir 179 plus 69 (50 % von 138) = 248, für „befriedigend“ 179 plus 34,5 = 213,5, aufgerundet 214. Die Rechnung stimmt mit den vom IMPP veröffentlichten Notengrenzen überein.

Zwei Folgerungen. Erstens sind die Notenstufen keine festen Prozentwerte der Gesamtzahl. Für „sehr gut“ brauchten Sie im Frühjahr 2026 283 von 317, das sind etwa 89 %. Zweitens verschiebt eine niedrigere Bestehensgrenze auch die Notengrenzen nach unten. Das IMPP weist darauf hin, dass gleiche Prozentsätze richtiger Antworten zu verschiedenen Noten führen können.

Was auf Ihrem Ergebnis steht

Nach § 14 Abs. 9 ÄApprO teilt die Landesstelle das Ergebnis mit. Anzugeben sind:

  • die Note,
  • die Bestehensgrenze,
  • die Zahl der gestellten und der zutreffend beantworteten Aufgaben,
  • der bundesweite Durchschnitt,
  • der Durchschnitt der Referenzgruppe.

Wenn bei einer späteren Auswertung Aufsichtsarbeiten fehlen, wird nach Abs. 8 der Durchschnitt aus den vorhandenen berechnet. Das betrifft Sie nur, wenn ein Prüfungsraum Probleme hatte. Bei erheblicher Störung der Aufsicht oder einem Täuschungsversuch kann die zuständige Landesstelle die Prüfung mit „nicht ausreichend“ bewerten (Abs. 5).

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Was die Zahlen für Ihre Vorbereitung bedeuten

  • Zählen Sie richtige Antworten. § 14 beschreibt eine Wertung nach zutreffend beantworteten Aufgaben. Einen Punktabzug für falsche Antworten sieht die Vorschrift nicht vor. Raten ist also besser als Auslassen, aber systematisches Ausschließen ist besser als Raten.
  • Ihr Puffer ist Ihr Ziel. Der Referenzdurchschnitt lag im Frühjahr 2026 bei 72,2 %. Wer in der Übung regelmäßig in diesem Bereich liegt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit sicher durch, auch wenn die Übungsbank nicht mit dem IMPP-Niveau kalibriert ist.
  • Gestrichene Aufgaben nicht fürchten. Streichungen sind normal. Sie senken die Gesamtzahl, aber nicht Ihre Chancen.
  • Zeit ist ein Teil der Punkte. Wer 20 Aufgaben nicht erreicht, verschenkt etwa sechs Prozent der Gesamtzahl. Mehr zur Technik in der Kreuzen-Strategie.

Wer nicht besteht, kann den Zweiten Abschnitt höchstens zweimal wiederholen (§ 20 ÄApprO). Ein bestandener Abschnitt darf nicht wiederholt werden. Das Landesprüfungsamt lädt zum nächsten Termin ein. Die Termine und Fristen für den Neuanlauf stehen in Anmeldung, Termine und Gebühren.

Prozentwerte in Punkte umrechnen

Übungsbanken geben Prozentwerte aus, das Examen rechnet in Punkten. Die folgende Tabelle rechnet Prozentwerte auf die 317 gewerteten Aufgaben des Frühjahrs 2026 um und rundet auf die nächste ganze Zahl auf, die den Prozentwert erreicht. Das ist unsere Rechnung zur Orientierung, die Grenzen der Noten legt das IMPP je Prüfung fest.

Anteil richtigRichtige Antworten von 317Einordnung im Frühjahr 2026
56,5 %179tatsächliche Bestehensgrenze
60 %191rechnerische absolute Grenze, hier nicht maßgeblich
67,5 %214untere Grenze der Note 3
72,2 %229Referenzdurchschnitt (229,0)
78,2 %248untere Grenze der Note 2
89,3 %283untere Grenze der Note 1

Wichtig: Ein Wert von 60 % in Ihrer Übungsbank heißt nicht, dass Sie im Examen an der Grenze liegen. Im Frühjahr 2026 lag die Grenze darunter. Ein Wert um 70 % bedeutete im Examen keinen Spielraum, sondern etwa den Durchschnitt der Referenzgruppe. Bauen Sie Ihr Ziel deshalb nicht auf die Grenze, sondern auf einen Puffer darüber.

Gedankenspiele: Wie sich die Grenze verschiebt

Die folgenden Zahlen sind hypothetische Beispiele, keine Prüfungsdaten. Sie zeigen, wie die Regel arbeitet. Grundlage ist die Formel aus § 14 Abs. 6 ÄApprO: Es gilt der kleinere der beiden Werte, 60 % der gewerteten Aufgaben oder 78 % des Referenzdurchschnitts.

Annahme (317 Aufgaben)78 % des Referenzdurchschnitts60 % der AufgabenEs gilt
Referenzdurchschnitt 250195,0190,260 %-Grenze (191)
Referenzdurchschnitt 229 (wie 2026)178,6190,2Relative Grenze (179)
Referenzdurchschnitt 200 (schwere Prüfung)156,0190,2Relative Grenze (156)

Die Tabelle zeigt, warum die Durchfallquote niedrig bleibt, wenn eine Prüfung schwerer ausfällt: Die relative Grenze sinkt mit dem Durchschnitt. Sie zeigt auch, dass die 60-%-Grenze nur bei einem leichten Jahrgang greift, in dem der Referenzdurchschnitt 245 Punkte übersteigt (78 % von 245 sind 191,1). Verlassen Sie sich nicht darauf, dass die Prüfung schwer wird.

Was Sie aus der Rechnung für Ihr Ziel ableiten

Zwei praktische Folgerungen. Erstens: Planen Sie Ihr Übungsziel an einem Puffer über dem Referenzdurchschnitt vorheriger Jahre, nicht an der Grenze. Zweitens: Zählen Sie bei Probetagen nicht nur die Quote, sondern auch die Streuung zwischen den Tagen. Ein Ergebnis, das an drei Probetagen um 10 Punkte schwankt, ist stabiler als eines, das zwischen sehr gut und knapp schwankt. Stabilität schlägt Spitzenwert, weil das Examen drei Tage dauert.

Was nach dem Ergebnis geschieht

Die Mitteilung des Landesprüfungsamts nennt nach § 14 Abs. 9 ÄApprO unter anderem Note, Bestehensgrenze und die Durchschnitte. Vergleichen Sie Ihre Punktzahl mit der Grenze und dem Referenzdurchschnitt. Wer bestanden hat, geht zum Dritten Abschnitt über. Wer nicht bestanden hat, kann den Zweiten Abschnitt höchstens zweimal wiederholen. Nutzen Sie das Ergebnis dann als Diagnose: Welche Fächer waren schwach, welche Fehlerklassen traten auf? Ein zweiter Versuch gelingt, wenn der Plan an den tatsächlichen Schwächen ansetzt, nicht am Gefühl.

Häufige Irrtümer

  • „Die Grenze ist immer 60 %.“ Sie ist höchstens 60 %, je nach Termin darunter.
  • „Die Referenzgruppe sind alle Teilnehmenden.“ Es sind nur Erstteilnehmende nach der Mindeststudienzeit.
  • „Ein Notenwert entspricht einem festen Prozentwert.“ Nein, er hängt vom Abstand zur Bestehensgrenze ab.
  • „Die veröffentlichten Zahlen sind meine Zahlen.“ Ihre Grenze auf dem Bescheid kann bei Streichungen minimal abweichen.

Frequently asked questions

Ab wie vielen richtigen Antworten habe ich den M2 bestanden?

Das steht erst nach der Prüfung fest. Im Frühjahr 2026 lag die Bestehensgrenze bei 179 von 317 gewerteten Aufgaben. Die Grenze liegt nie über 60 % der gewerteten Aufgaben und kann darunter liegen, wenn die Referenzgruppe schlechter abschneidet.

Was ist die 22-%-Regel?

Bestanden ist auch, wer höchstens 22 % unter dem Durchschnitt der Referenzgruppe liegt. Das IMPP rechnet das als mindestens 78 % des Referenzdurchschnitts. Das Ergebnis wird auf die nächsthöhere ganze Zahl bestimmt, ohne Rundung nach unten.

Wer gehört zur Referenzgruppe?

Erstteilnehmende nach der Mindeststudienzeit, beim Zweiten Abschnitt nach fünf Jahren. Im Frühjahr 2026 waren das 899 Personen, von denen 98,0 % bestanden.

Wie wird die Note berechnet?

Nach dem Anteil der richtigen Antworten bei den Aufgaben oberhalb der Bestehensgrenze: sehr gut ab 75 %, gut ab 50 %, befriedigend ab 25 %, ausreichend darunter (§ 14 Abs. 7 ÄApprO). Im Frühjahr 2026 reichte für sehr gut die Spanne 283 bis 317.

Gibt es Minuspunkte für falsche Antworten?

§ 14 ÄApprO beschreibt die Wertung nach zutreffend beantworteten Aufgaben und nennt keinen Punktabzug für falsche Antworten. Verlassen Sie sich im Zweifel auf die Hinweise Ihres Landesprüfungsamts.

Wie viele fielen im Frühjahr 2026 durch?

Von 5.060 Teilnehmenden bestanden 159 nicht, das sind 3,1 %. Die Bestehensquote lag bei 96,9 %.

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