Der M2 ist der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung: 320 Multiple-Choice-Aufgaben mit fünf Antwortoptionen, verteilt auf drei Tage zu je fünf Stunden. Bestanden haben Sie mit mindestens 60 % richtigen Antworten oder wenn Sie höchstens 22 % unter dem Durchschnitt der Referenzgruppe liegen. Im Frühjahr 2026 genügten dafür 179 von 317 gewerteten Aufgaben, und 96,9 % der Teilnehmenden bestanden. Der nächste Termin ist der 13. bis 15. April 2027, der Antrag muss bis zum 10. Januar 2027 beim Landesprüfungsamt eingehen. Wenn Sie Ärztin oder Arzt mit ausländischem Abschluss sind: Die Kenntnisprüfung ist eine andere, mündlich-praktische Prüfung, aber der Stoff überschneidet sich stark.
Was der M2 ist und wer ihn ablegt
Der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, kurz M2, ist die schriftliche Staatsprüfung am Ende des Medizinstudiums in Deutschland. Das Institut für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) stellt die Aufgaben, die Landesprüfungsämter melden an, laden ein und stellen das Zeugnis aus. Rechtsgrundlage ist die Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO 2002). In der Fachsprache der Studierenden heißt der M2 oft Hammerexamen, weil er den gesamten klinischen Stoff in drei Tagen abfragt.
Alle Prüflinge erhalten dieselben Aufgaben zum selben bundeseinheitlichen Termin. Inhaltlich stützt sich die Prüfung auf Anlage 15 der ÄApprO und auf den IMPP-Gegenstandskatalog 2 (GK 2, 5. Auflage, Stand 5.1 vom Oktober 2021). Der Katalog nennt Krankheitsbilder und Gesundheitsstörungen und führt Arzneimittel als Beispiele auf. Wichtig für die Praxis: Auch andere Wirkstoffe derselben Gruppe sind prüfbar.
Diese Seite richtet sich an zwei Gruppen. Die erste sind Medizinstudierende in Deutschland, die den M2 selbst ablegen. Die zweite sind Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss, die sich auf die Kenntnisprüfung vorbereiten. Für sie ist der M2 kein Prüfungsziel, aber die M2-Aufgaben sind eine gute Wissensbasis, weil Innere Medizin, Chirurgie, Notfallmedizin, Pharmakologie und Recht in beiden Prüfungen eine große Rolle spielen. Wie die Kenntnisprüfung abläuft, erklärt unser Leitfaden zur Kenntnisprüfung.
TriagePass ist unabhängig vom IMPP und von den Behörden. Wir verwenden keine Originalaufgaben und keine Gedächtnisprotokolle. Alle Übungsfragen sind eigene Fallvignetten im Format der Prüfung.
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Zulassung und Anmeldung
Zuständig ist das Landesprüfungsamt des Bundeslandes, in dem Ihre Hochschule liegt. Der Antrag ist schriftlich zu stellen und muss bis zum 10. Januar (Frühjahrstermin, April) oder bis zum 10. Juni (Herbsttermin, Oktober) eingehen. Melden können Sie sich frühestens im letzten Studienhalbjahr des geforderten Studienabschnitts (§ 10 ÄApprO).
Das Regierungspräsidium Baden-Württemberg nennt als Voraussetzungen unter anderem sechs klinische Semester, alle Leistungsnachweise, eine viermonatige Famulatur, 22 Fächer einschließlich Wahlfach, 14 Querschnittsbereiche und fünf Blockpraktika. Ihr Prüfungsamt oder Ihr Dekanat prüft, ob Sie diese Bedingungen erfüllen. Die Gebühr ist Landesrecht: Berlin erhebt 60 Euro, ermäßigt 30 Euro bei Rücknahme vor der Entscheidung, und gezahlt wird erst nach dem Gebührenbescheid. Andere Länder können abweichen.
- Termin und Frist festlegen. Der nächste M2 ist der 13. bis 15. April 2027. Der 10. Januar 2027 ist ein Sonntag. Reichen Sie den Antrag deshalb nicht erst am letzten Tag ein, sondern in der Woche davor.
- Unterlagen sammeln. Nach § 10 Abs. 4 Nr. 2 ÄApprO: Geburtsurkunde, Studienbuch, Bescheinigungen über die Leistungsnachweise nach § 27 Abs. 1 bis 4, Nachweis der Famulatur nach § 7 und das Zeugnis über den bestandenen Ersten Abschnitt. Nachreichfristen setzt die Behörde.
- Antrag beim Landesprüfungsamt stellen. Berlin arbeitet mit einem Online-Antrag und einer Anmeldebestätigung per E-Mail. Andere Länder verlangen Papier oder ein eigenes Portal.
- Gebührenbescheid abwarten und zahlen. Zahlen Sie nicht im Voraus, wenn die Behörde ausdrücklich erst nach dem Bescheid zahlen lässt.
- Ladung prüfen. Berlin lädt mindestens sieben Tage vor der Prüfung. Kontrollieren Sie Name, Termin und Prüfungsort.
- Nachteilsausgleich früh klären. Wenn Sie ihn brauchen, beantragen Sie ihn mit ärztlichem Attest zusammen mit der Anmeldung (Beispiel FAU Erlangen). Ein Rücktritt nach der Zulassung ist nur mit wichtigem Grund möglich, etwa bei Krankheit.
Daten, Fristen und Gebühren stehen ausführlicher in unserem Leitfaden zu Anmeldung, Terminen und Gebühren.
Aufbau und Bewertung
Der M2 wird schriftlich und unter Aufsicht abgelegt. Die Prüfung kann rechnergestützt erfolgen, die Aufgaben sind für alle gleich. Das Regierungspräsidium Baden-Württemberg nennt 320 Fragen an drei aufeinanderfolgenden Tagen, im Herbst 2026 jeweils von 09:00 bis 14:00 Uhr. Das ergibt rund 106 bis 107 Fragen pro Tag und im Mittel knapp 2,8 Minuten pro Frage. Die Tagesverteilung stammt aus einer Sekundärquelle, die Rechnung ist unsere.
Die Aufgaben sind überwiegend fallbasiert. Im Frühjahr 2026 waren von 317 gewerteten Aufgaben 192 Fallstudien, das sind etwa 60,6 %, und 125 Einzelaufgaben. Wir legen für diese Fragenbank das Format mit fünf Antwortoptionen und genau einer richtigen Antwort zugrunde. Die Optionenzahl ist im Verordnungstext nicht gesondert ausgewiesen; prüfen Sie sie anhand der Hinweise Ihres Landesprüfungsamts.
Fehlerhafte Aufgaben werden vor der Auswertung gestrichen, die Gesamtzahl sinkt entsprechend (§ 14 Abs. 4 ÄApprO). Im Frühjahr 2026 waren es drei, es blieben 317. Das Ergebnis ist deshalb nie ganz genau „von 320“.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Bestehensgrenze | 60 % richtig oder höchstens 22 % unter dem Referenzdurchschnitt; es gilt der niedrigere Wert | § 14 Abs. 6 ÄApprO, IMPP |
| Referenzgruppe | Erstteilnehmende nach der Mindeststudienzeit (fünf Jahre beim Zweiten Abschnitt) | § 14 Abs. 6 ÄApprO |
| Frühjahr 2026: Teilnehmende | 5.060, davon 159 nicht bestanden (3,1 %) | IMPP-Ergebnisse |
| Frühjahr 2026: Referenzgruppe | 899 Erstteilnehmende, 98,0 % bestanden | IMPP-Ergebnisse |
| Frühjahr 2026: Grenze und Durchschnitt | 179 Punkte; Referenzdurchschnitt 229,0 von 317 (72,2 %) | IMPP-Ergebnisse |
| Wiederholung | höchstens zweimal, keine weitere Wiederholung | § 20 ÄApprO |
Wie die beiden Grenzen zusammenwirken und warum 179 Punkte reichten, obwohl 60 % rechnerisch 191 wären, zeigt unser Leitfaden zur Bestehensgrenze und Benotung.
Blueprint: Fächer und Gewichte
Das IMPP veröffentlicht keine offiziellen Gewichte pro Fach, und die Kapitelstruktur des GK 2 lässt sich nicht in feste Prozentwerte übersetzen. Wir fassen den Stoff deshalb in zwölf Lerndomänen zusammen. Die Gewichte sind redaktionelle Näherungen, abgeleitet aus der veröffentlichten Fächerverteilung einer Hochschulauswertung (Mannheim, Summe etwa 311 Fragen) und aus der Struktur des Katalogs. Die erwartete Fragenzahl bezieht sich auf 320 Aufgaben und ist gerundet.
| Domäne | Gewicht | Erwartete Fragen | Schwerpunkte |
|---|---|---|---|
| Chirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie | 15 % | ca. 48 | Akutes Abdomen, Polytrauma, Frakturen, perioperatives Management |
| Kardiologie, Angiologie und Pneumologie | 10 % | ca. 32 | Koronarsyndrome, Herzinsuffizienz, Lungenembolie, COPD |
| Gastroenterologie, Nephrologie und Endokrinologie | 10 % | ca. 32 | Blutungen, Leberzirrhose, Diabetes, Elektrolyte |
| Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektiologie | 10 % | ca. 32 | Anämien, Lymphome, Sepsis, Tuberkulose, HIV |
| Neurologie | 10 % | ca. 32 | Schlaganfall, Epilepsie, Parkinson, Demenzen |
| Dermatologie, Urologie, Augenheilkunde und HNO | 10 % | ca. 32 | Hautkrebs, Urolithiasis, Glaukomanfall, Otitis |
| Recht, Ethik, Public Health, Arbeits- und Rechtsmedizin | 10 % | ca. 32 | Aufklärung, Schweigepflicht, Leichenschau, IfSG |
| Psychiatrie und Psychosomatik | 5 % | ca. 16 | Depression, Psychosen, Sucht, Suizidalität |
| Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin | 5 % | ca. 16 | Reanimation, Schock, Atemweg, Intoxikationen |
| Pädiatrie und Neonatologie | 5 % | ca. 16 | Vorsorge, Impfungen, Notfälle im Säuglingsalter |
| Gynäkologie und Geburtshilfe | 5 % | ca. 16 | Schwangerenvorsorge, Präeklampsie, Blutungen |
| Pharmakologie und Arzneimitteltherapie | 5 % | ca. 16 | Interaktionen, Niereninsuffizienz, Schwangerschaft |
Zwei Hinweise zur Lesart. Erstens ist Pharmakologie zusätzlich in jede Fachdomäne eingebettet; viele Aufgaben fragen nach der Therapie, nicht nach der Diagnose. Zweitens liefern kleine Fächer verlässlich Punkte. Dermatologie, Augenheilkunde, HNO, Rechtsmedizin sowie Arbeits- und Sozialmedizin sind klein, aber begrenzt und gut lernbar. Eine ausführliche Übersicht finden Sie in den High-Yield-Themen.
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So lesen Sie Ihr Ergebnis im Vergleich
Die Zahlen des Frühjahrs 2026 helfen, ein Übungsergebnis einzuordnen. Von 317 gewerteten Aufgaben lag die Grenze bei 179 richtigen Antworten, der Durchschnitt der Referenzgruppe bei 229,0. Die Notengrenzen lagen bei 283 bis 317 für die Note 1, 248 bis 282 für die Note 2, 214 bis 247 für die Note 3 und 179 bis 213 für die Note 4. Die Noten stammen aus der Veröffentlichung des IMPP, die Zuordnung zu den Intervallen haben wir gegengerechnet.
| Ihr Übungsergebnis | Einordnung | Konsequenz |
|---|---|---|
| Unter 60 % in gemischten Blöcken | Die absolute Grenze liegt bei 60 %, die relative Grenze bewegt sich mit dem Jahrgang | Fächerdurchgang vorziehen, Lücken priorisieren |
| Um 70 % in gemischten Blöcken | Nahe am Referenzdurchschnitt des Frühjahrs 2026 (72,2 %) | Kreuztechnik und Zeitmanagement trainieren |
| Deutlich über 80 % | Entspricht rechnerisch den Noten 1 und 2 der Frühjahrsprüfung 2026 (ab 248 von 317) | Fehleranalyse statt weiterer Stoffaufnahme |
Wichtig: Übungsquoten sind nur dann vergleichbar, wenn Sie unter Prüfungsbedingungen arbeiten. Fragen mit Pausen, Nachschlagen oder Mehrfachversuchen liefern höhere Quoten als der Prüfungstag. Rechnen Sie bei freien Übungen mit einem Abschlag und beurteilen Sie Ihren Stand an den Probetagen, nicht an einzelnen Fachblöcken.
Ein Prüfungstag aus der Sicht der Uhr
Ein Prüfungstag dauert fünf Stunden, im Herbst 2026 von 09:00 bis 14:00 Uhr, und enthält rund 106 bis 107 Aufgaben. Bei diesem Takt sollten Sie etwa nach einer Stunde bei Aufgabe 21 sein, nach zwei Stunden bei Aufgabe 43 und nach drei Stunden bei Aufgabe 64. Die Zahlen sind unsere Rechnung, kein Vorgabewert der Prüfung. Planen Sie eine Reserve für die Kontrolle markierter Aufgaben ein, etwa 20 bis 30 Minuten. Das Vorgehen beschreibt die Kreuzen-Strategie.
- Vor dem Termin. Ladung und Ausweis prüfen, Anreise klären, Verpflegung und Pausenplan festlegen. Die Hausordnung des Prüfungsorts gilt, Ihr Landesprüfungsamt informiert Sie darüber.
- Erste Stunde. Ruhig einlesen, Tempo finden. Wer hier hetzt, macht Flüchtigkeitsfehler, wer hier trödelt, verliert am Ende Zeit.
- Mitte. Konzentration halten. Bei Prüfungen dieser Länge lässt die Konzentration erfahrungsgemäß nach, planen Sie kurze Pausen für Augen und Haltung ein.
- Schluss. Markierte Aufgaben kontrollieren, Übertragungsfehler ausschließen, möglichst nichts offenlassen. Nach § 14 ÄApprO zählen die richtig beantworteten Aufgaben; ein Punktabzug für falsche Antworten ist dort nicht vorgesehen. Prüfen Sie die Hinweise Ihres Landesprüfungsamts.
M2 und Kenntnisprüfung im Vergleich
Wer als ausländische Ärztin oder ausländischer Arzt M2-Material nutzt, sollte die Unterschiede kennen. Die folgende Übersicht ordnet die beiden Prüfungen nebeneinander. Die Angaben zur Kenntnisprüfung variieren je nach Bundesland, unser Leitfaden nennt nur verifizierte Fälle.
| Merkmal | M2 (Zweiter Abschnitt) | Kenntnisprüfung |
|---|---|---|
| Form | Schriftlich, 320 Aufgaben, drei Tage | Mündlich-praktisch, Patientenvorstellung und Prüfungsgespräch |
| Zielgruppe | Medizinstudierende in Deutschland | Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss |
| Bewertung | Punktzahl, Grenze nach § 14 ÄApprO | Votum der Prüfenden, Ausgang bestanden oder nicht bestanden |
| Zuständigkeit | Landesprüfungsamt, Aufgaben vom IMPP | Landesbehörde des Bundeslandes, Ablauf je Land |
| Wiederholung | Höchstens zweimal (§ 20 ÄApprO) | Je Bundesland geregelt |
Wie Sie sich vorbereiten
Der M2 belohnt Breite, Routine und Ausdauer. Eine gute Vorbereitung trainiert deshalb alle drei zugleich. Wir empfehlen vier Phasen. Die genaue Aufteilung auf Tage steht im 100-Tage-Lernplan, der auch als 8- und 16-Wochen-Version vorliegt.
- Standortbestimmung (etwa 10 Tage). Beantworten Sie einen gemischten Block aus allen Fächern unter Zeitdruck. Notieren Sie nicht nur die Quote, sondern auch, ob Sie Fehler wegen fehlenden Wissens, wegen Zeitdruck oder wegen falsch gelesener Frage gemacht haben.
- Fächerdurchgang (etwa 50 Tage). Arbeiten Sie die zwölf Domänen nach Gewicht und Schwäche ab. Pro Fach zuerst Fragen, dann gezielt nachlesen. Leitlinien zählen mehr als Lehrbuchtext.
- Kreuzen und Lücken (etwa 25 Tage). Gemischte Blöcke, falsche Fragen wiederholen, Wissenslücken in kurzen Karten festhalten. Jetzt trainieren Sie die Kreuzen-Strategie.
- Simulation und Entlastung (etwa 15 Tage). Mindestens zwei volle Probetage mit 106 Fragen in fünf Stunden zur echten Uhrzeit. Die letzten zwei Tage nur noch leicht wiederholen, früh schlafen, Anreise klären.
Planen Sie Pausen ein. Drei Tage mit je fünf Stunden Konzentration sind eine Ausdauerleistung. Wer nur kurze Lerneinheiten gewohnt ist, sollte frühzeitig auf drei bis vier Stunden am Stück trainieren.
Wie Sie ein Fach in einem Tag bearbeiten
Ein Lerntag für ein Fach lässt sich nach einem festen Raster aufbauen. Es verhindert, dass Sie Zeit mit Lesen verbringen, ohne zu prüfen, was hängen bleibt.
- Kalt starten. Zehn Fragen zum Fach ohne Vorbereitung. Das zeigt, wo Sie wirklich stehen.
- Gezielt nachlesen. Nur die Themen, die Sie falsch hatten, in Leitlinie oder Kurzskript. Ein Absatz pro Fehler genügt.
- Zweite Runde. Weitere zwanzig Fragen zum selben Fach. Fehler markieren und kurz begründen, warum die richtige Option richtig ist.
- Karte schreiben. Pro Fehlermuster eine Karte: Leitsymptom, nächster Schritt, typische Falle.
- Abendwiederholung. Zehn Minuten Karten und die drei schwierigsten Fragen des Tages.
Dieses Raster funktioniert für die großen Fächer genauso wie für die kleinen. Der Unterschied liegt in der Menge: Ein kleines Fach wie die Augenheilkunde brauchen Sie nicht in einem ganzen Tag, ein Block am Vormittag genügt oft.
Woran Prüflinge typischerweise scheitern
Die Durchfallquote ist niedrig. Im Frühjahr 2026 bestanden 96,9 % aller Teilnehmenden, bei den Erstteilnehmenden der Referenzgruppe 98,0 %. Der Grund ist die relative Bestehensgrenze: Sie sinkt, wenn die Prüfung schwerer ausfällt. Das Ziel ist deshalb weniger, Angst zu überwinden, als Punkte sicher einzusammeln. Die folgenden Muster sind unsere Einschätzung aus der Prüfungsstruktur, keine Statistik des IMPP.
- Zu spät begonnen. Ein Fächerdurchgang mit Fragen braucht Wochen. Wer erst in den letzten drei Wochen beginnt, kreuzt Fächer zum ersten Mal in der Prüfung.
- Nur gelesen, kaum gekreuzt. Wissen ist nicht dasselbe wie Abrufen unter Zeitdruck. Rund 60 % der Aufgaben sind lange Fallvignetten mit Befunden und Laborwerten.
- Zeit falsch verteilt. Mit knapp 2,8 Minuten pro Frage ist eine einzige Grübelaufgabe teuer. Wer in der ersten Stunde zu langsam ist, hetzt am Ende.
- Kleine Fächer ausgelassen. Rechtsmedizin, Hygiene, Arbeits- und Sozialmedizin sowie Augenheilkunde wirken nebensächlich, sind aber gut lernbar und fast sicher vertreten.
- Typische Fallen übersehen. „Nächster diagnostischer Schritt“ ist etwas anderes als „wahrscheinlichste Diagnose“. Hinzu kommen Kontraindikationen, Meldepflichten, Aufklärungs- und Betreuungsrecht und Leitlinienschwellen.
- Keine Probe unter Echtbedingungen. Wer nie fünf Stunden am Stück gekreuzt hat, erlebt den ersten Tag als Überraschung.
Nach dem Examen
Das IMPP veröffentlicht Bestehens- und Notengrenzen sowie die Ergebnisstatistik online. Ihr persönliches Ergebnis teilt Ihnen die Landesstelle mit. Nach § 14 Abs. 9 ÄApprO enthält die Mitteilung unter anderem die Note, die Bestehensgrenze, die Zahl der gestellten und der richtig beantworteten Aufgaben, den bundesweiten Durchschnitt und den Durchschnitt der Referenzgruppe. Den genauen Zeitpunkt der Veröffentlichung nach dem Termin haben wir nicht verifiziert; verlassen Sie sich auf die Mitteilung Ihres Landesprüfungsamts.
Wer nicht besteht, kann den Zweiten Abschnitt höchstens zweimal wiederholen. Eine weitere Wiederholung ist nicht möglich, auch nicht nach einem neuen Studium (§ 20 ÄApprO). Das Landesprüfungsamt lädt zum nächsten Termin ein. Auf den M2 folgt der mündlich-praktische Dritte Abschnitt (M3), der nicht Teil dieses Angebots ist. Die Approbation beantragen Sie anschließend bei der zuständigen Landesbehörde.
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Wenn Sie nicht in Deutschland studiert haben
Ärztinnen und Ärzte mit Abschluss außerhalb der EU brauchen für die Approbation in vielen Fällen eine Kenntnisprüfung und stets den Nachweis der Fachsprache. Beide Prüfungen sind nicht der M2:
- Die Kenntnisprüfung ist mündlich-praktisch, mit Patientenvorstellung und Prüfungsgespräch. Sie ist kein Multiple-Choice-Examen.
- Die Fachsprachprüfung ist ein Sprachtest auf C1-Niveau in medizinischer Fachsprache und kein Wissenstest. Wir bereiten sie nicht vor.
- Den ganzen Weg von der Antragstellung bis zur Approbation beschreibt der Leitfaden Approbation für Ausländer. Dort steht auch, was sich durch das Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ändern soll.
Unsere Fragenbank dient als Wissensbasis für die Kenntnisprüfung, weil sie dieselben Kernfächer abdeckt. Die Aufgaben bleiben im M2-Format mit Fallvignette und fünf Optionen. Das trainiert Diagnostik und Therapieentscheidungen, ersetzt aber nicht das Üben des mündlichen Gesprächs.
Quellen und Stand
Alle Angaben zu Fristen, Bestehensgrenze, Wiederholung und Ergebnissen beruhen auf der Approbationsordnung, den Seiten des IMPP und den Merkblättern der Landesbehörden und Hochschulen, abgerufen am 21. Oktober 2026. Wo wir etwas nicht an einer Primärquelle bestätigen konnten, steht es im Text. Rechtsstand und Termine prüfen Sie vor der Anmeldung bitte bei Ihrem Landesprüfungsamt und auf der Seite des IMPP.