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M2 Staatsexamen guide

Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin im M2: Algorithmen und Todesfeststellung

Notfallalgorithmen sind klein im Gewicht und groß in der Wirkung, denn sie kommen in vielen Fächern vor. Die Seite zeigt Themen, den Rahmen zur Todesfeststellung, typische Fallen und einen Wiederholungsplan.

Updated October 2026. 5 min read

Anästhesiologie, Notfallmedizin und Intensivmedizin machen in unserer Gewichtung rund 5 % des M2 aus, etwa 16 von 320 Aufgaben. Die Domäne ist klein, ihre Muster begegnen Ihnen aber in fast jedem Fach: Reanimation, Anaphylaxie, Schock, Atemweg, Intoxikation. Hier gilt die Reihenfolge der Maßnahmen, und die Orientierung geben ERC/GRC-Leitlinien 2025. Die Zahlen daraus, etwa Kompressionstiefe oder Adrenalin-Intervalle, haben wir hier nicht geprüft und nennen sie nicht. Lernen Sie sie aus dem Originaltext.

5 %Gewicht (Näherung)
ca. 16erwartete Aufgaben von 320
14Themenfelder
3Lerntage im 100-Tage-Plan

Warum die Domäne mehr bringt, als ihr Gewicht zeigt

Notfälle tauchen als Fallvignette in der Inneren Medizin, Chirurgie, Pädiatrie und Gynäkologie auf. Die Anaphylaxie im Kinderarzt-Kapitel, die Reanimation bei Lungenembolie und der Schock im Polytrauma nutzen dieselben Algorithmen. Wer sie hier gründlich lernt, kreuzt in anderen Domänen schneller.

Aufgaben dieser Domäne fragen fast immer nach einer Reihenfolge oder nach der ersten Maßnahme. Lernen Sie deshalb Abläufe, nicht Listen.

Themen und Prüfungslogik

ThemaWas gefragt wird
Kardiopulmonale Reanimation (BLS und ALS)Rhythmusanalyse, schockbare gegen nicht schockbare Rhythmen, reversible Ursachen, Medikamente
Anaphylaxie und anaphylaktischer SchockSchweregrade, erste Medikamentengabe und Applikationsweg, Beobachtung, Allergiepass
Schockformen und VolumentherapieHypovolämisch, kardiogen, septisch, anaphylaktisch, obstruktiv; Zeichen und Therapie
Atemwegsmanagement und IntubationZeichen des gefährdeten Atemwegs, Hilfsmittel, Vorgehen bei schwierigem Atemweg
Narkoseverfahren und RegionalanästhesieVerfahrenswahl, Komplikationen, Kontraindikationen für Regionalverfahren
Maligne Hyperthermie und NarkosekomplikationenAuslöser, Leitsymptome, Antidot, Notfallmaßnahmen
Postoperative SchmerztherapieWHO-Stufenschema, Koanalgetika, Opioidwirkung und Nebenwirkungen
Akute Intoxikationen und AntidoteParacetamol, Opioide, Benzodiazepine, CO; Antidote zuordnen, Giftinformationszentrum
Beatmung und ARDSIndikationen, Beatmungsmodi, Lungenschutz, Zeichen des Versagens
Sepsis auf der IntensivstationOrgandysfunktion erkennen, Therapieelemente
Notfallmedizinische Erstversorgung und TriagePrioritäten bei Mehrfachverletzten, Sichtung, Übergabe
Präoperative RisikoeinschätzungASA-Klassifikation, Nüchternheit, Medikation vor Narkose
Hypothermie, Ertrinken, StromunfallBesonderheiten der Reanimation, Aufwärmung, Monitoring
Leichenschau und Todesfeststellung im NotdienstSichere Todeszeichen, Zuständigkeit, nicht natürlicher Tod

Leitlinien, Rettungsdienst und Rechtsrahmen

Für Reanimation gelten die ERC/GRC-Leitlinien 2025. Die Originale finden Sie auf den Seiten des European Resuscitation Council und des German Resuscitation Council. Notrufnummer in Deutschland ist die 112, der ärztliche Bereitschaftsdienst ist unter 116117 erreichbar. Arzneimittel nennen wir mit deutschen Wirkstoffnamen.

Die Todesfeststellung gehört zu den sichersten Punkten der Domäne. Leichenschau ist Landesrecht, die folgenden Angaben gelten am Beispiel des Bestattungsgesetzes Baden-Württemberg. Die Leichenschau stellt Tod, Todeszeit, Todesart und Todesursache fest und erfolgt unverzüglich. Sichere Todeszeichen sind Totenstarre, Totenflecke, Fäulnis, mit dem Leben unvereinbare Verletzungen, Hirntod und eine erfolglose Reanimation nach ausreichender Dauer. Notärzte stellen nur den Tod fest und ermitteln nicht Todesart und Todesursache. Das gilt auch für an der Behandlung beteiligte Ärzte wie Operateur oder Anästhesist. Bei Anhaltspunkten für einen nicht natürlichen Tod entkleiden Sie die Leiche nicht, verständigen die Polizei unverzüglich und lassen den Fundort möglichst unverändert. Der Totenschein hat einen vertraulichen und einen nicht vertraulichen Teil. Schreiben Sie in Antworten stets „nach dem Bestattungsrecht des Landes“.

Drei typische Fallen

  1. Der falsche erste Schritt. Bei der Anaphylaxie ist das erste Medikament Adrenalin, nicht Antihistaminikum oder Glukokortikoid. Bei Reanimation kommen Rhythmusanalyse und Thoraxkompression vor Medikamenten. Aufgaben bieten sinnvolle, aber zu späte Maßnahmen an.
  2. Reversible Ursachen übersehen. Ein Herzstillstand mit passender Vorgeschichte (Lungenembolie, Spannungspneumothorax, Hypovolämie, Intoxikation) verlangt, die Ursache gezielt zu behandeln. Die Aufgabe nennt das Stichwort in der Vignette.
  3. Antidot zuordnen. Welches Gegenmittel gehört zu welcher Substanz? Schreiben Sie sich eine Zuordnung von Opioid, Benzodiazepin, Paracetamol, Cholinesterasehemmer, Heparin, Cumarine auf. Prüfen Sie bei den Details die Fachinformation.

So wiederholen Sie die Domäne

  • Drei Lerntage: Tag 1 Reanimation, Schock, Anaphylaxie, Tag 2 Atemweg, Beatmung, Intoxikationen, Tag 3 Anästhesie, Schmerz, Todesfeststellung.
  • Algorithmen als Flussdiagramm. Zeichnen Sie Reanimation und Anaphylaxie aus dem Gedächtnis, vergleichen Sie mit der Leitlinie und korrigieren Sie.
  • Antidot-Tabelle. Eine Seite, wöchentlich ausfüllen.
  • Fälle laut sprechen. Notfälle prägen sich besser ein, wenn Sie die Maßnahmen laut aufsagen.

Drei Denkwege aus Aufgabenmustern

Die folgenden Muster sind eigene Beispiele zur Veranschaulichung, keine Prüfungsfragen und keine Antwortoptionen. Sie zeigen, in welcher Reihenfolge Sie eine Vignette lesen und entscheiden.

Kollaps ohne normale Atmung

Erkennen, Hilfe rufen, Thoraxkompressionen beginnen, Defibrillator holen, Rhythmus analysieren. Der Rhythmus bestimmt den Weg: schockbar oder nicht schockbar. Während der Reanimation suchen Sie reversible Ursachen. Optionen, die mit Medikamenten oder Intubation beginnen, stehen in der falschen Reihenfolge.

Wespenstich mit Hautausschlag, Atemnot und Blutdruckabfall

Das ist eine Anaphylaxie. Das erste Medikament ist Adrenalin, in der Leitlinie vorgesehen auf dem Weg, den die Aufgabe nennt. Dazu kommen Volumengabe und Lagerung. Antihistaminika und Glukokortikoide sind nachrangig und ersetzen Adrenalin nicht. Beobachtung nach der Akutphase gehört zur Antwort.

Tod im Hausbesuch

Zuerst sichern Sie den Tod anhand sicherer Todeszeichen. Bei Anhaltspunkten für einen nicht natürlichen Tod rufen Sie die Polizei, entkleiden die Leiche nicht und lassen den Fundort möglichst unverändert. Ob Sie Todesart und Todesursache bescheinigen dürfen, hängt davon ab, ob Sie als Notarzt oder behandelnder Arzt gerufen wurden. Das Landesrecht gilt.

Selbsttest in Stichworten

Beantworten Sie diese Fragen mündlich, ohne Unterlagen. Wo Sie stocken, liegt Ihr nächster Lernblock. Es sind Prüfimpulse, keine Multiple-Choice-Aufgaben.

  • Welche drei Maßnahmen beginnen jede Reanimation, und in welcher Reihenfolge?
  • Woran unterscheiden Sie einen schockbaren von einem nicht schockbaren Rhythmus, und was folgt jeweils?
  • Welche Zeichen sprechen für einen gefährdeten Atemweg, und welche Hilfsmittel kennen Sie?
  • Welches Antidot gehört zu Opioiden, Benzodiazepinen, Heparin und Cumarinen?
  • Wer darf nach Bestattungsrecht Todesart und Todesursache bescheinigen?
  • Wie lauten die Schweregrade der Anaphylaxie, und was ist jeweils der erste Schritt?

Checkliste vor dem Examen

  • Sie nennen für Reanimation, Anaphylaxie und Schock die ersten drei Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge.
  • Sie kennen die sicheren Todeszeichen und wissen, wann die Polizei zu verständigen ist.
  • Sie ordnen häufige Antidote den Substanzen zu.
  • Sie kennen ASA-Klassifikation und die Grundregeln der Nüchternheit.

Verwandte Domänen: Chirurgie, Pharmakologie und Recht.

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Frequently asked questions

Welche Reanimationsleitlinie gilt im M2?

Die ERC/GRC-Leitlinien 2025. Konkrete Zahlen wie Frequenz, Tiefe oder Medikamentenzeitpunkte haben wir hier nicht geprüft. Lernen Sie sie aus den Originalleitlinien.

Was stellt ein Notarzt bei der Leichenschau fest?

Nach dem Bestattungsgesetz Baden-Württemberg nur den Tod, nicht Todesart und Todesursache. Das gilt auch für Ärzte, die an der Behandlung beteiligt waren. Leichenschau ist Landesrecht.

Was tun bei Anhaltspunkten für einen nicht natürlichen Tod?

Leiche nicht entkleiden, Polizei unverzüglich verständigen, Fundort möglichst unverändert lassen. Den Totenschein händigen Sie erst nach schriftlicher Freigabe der Bestattung aus.

Wie viele Aufgaben sind das im M2?

Nach unserer Näherung rund 5 %, etwa 16 von 320. Das IMPP veröffentlicht keine Fachgewichte.

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