Skip to content
Practise free

M2 Staatsexamen guide

Pharmakologie im M2: Das Vier-Schritte-Prüfschema für Therapieaufgaben

Pharmakologie wird im M2 selten als Wirkstofflehre geprüft, sondern als Entscheidung am Patienten. Die Seite zeigt ein Prüfschema, die Themen, den Rahmen und einen Wiederholungsplan.

Updated October 2026. 5 min read

Pharmakologie und Arzneimitteltherapie sind in unserer Gewichtung eine eigene Domäne mit rund 5 %, etwa 16 von 320 Aufgaben, und zusätzlich in jede Fachdomäne eingebettet. Die Mannheimer Auswertung nennt 9,5 von rund 311 Fragen (etwa 3 %), eine andere Sekundärquelle rund 10 %. Gefragt wird selten eine reine Wirkstoffeigenschaft, sondern fast immer eine Entscheidung: Welches Mittel, bei welchem Patienten, mit welcher Anpassung, mit welcher Kontraindikation? Wer Niereninsuffizienz, Schwangerschaft, Interaktionen und Nebenwirkungen als Prüfschema beherrscht, löst auch Aufgaben in anderen Fächern schneller.

3 % bis 10 %Gewicht je nach Quelle, plus Anteile in allen Fächern
ca. 16erwartete Aufgaben als eigene Domäne
16Themenfelder
2Lerntage im 100-Tage-Plan

Pharmakologie als Prüfschema

Eine Arzneimittelaufgabe lässt sich in vier Prüfschritte zerlegen, die Sie bei jeder Option anwenden: Passt die Indikation? Passt der Patient (Alter, Schwangerschaft, Nieren- und Leberfunktion, Allergien)? Passt die Kombination (Interaktionen, Doppelungen)? Passt die Überwachung (Laborkontrollen, Spiegel, EKG)? Wer diese vier Fragen automatisch stellt, erkennt die Distraktoren.

Die Aufgaben verwenden deutsche Wirkstoffnamen (INN). Handelsnamen kommen in unseren Optionen nicht vor, und für die Verordnung gilt die Fachinformation. Dosierungen nennen wir nur, wenn sie sich aus einer Leitlinie oder Fachinformation belegen lassen. Auf dieser Seite sind das keine.

Themen und Prüfungslogik

ThemaWas gefragt wird
Antibiotikatherapie und ResistenzenWirkstoffwahl nach Fokus und Erreger, kalkulierte Therapie, Resistenzmechanismen, Wechselwirkungen
Antikoagulation und ThrombozytenaggregationshemmungIndikation, Wahl des Mittels, Überwachung, Blutung und Antidot, perioperatives Vorgehen
Antihypertensiva und HerzinsuffizienztherapieSubstanzklassen, Kombinationen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen
AntidiabetikaWirkprinzip, Nebenwirkungen, Eignung bei Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz
Analgetika und OpioideWHO-Stufenschema, Nebenwirkungen, Betäubungsmittelrecht bei der Verordnung
Interaktionen und Cytochrom-P450Induktoren und Inhibitoren, klassische Kombinationen, Konsequenzen
Arzneimittel in Schwangerschaft und StillzeitEmbryotoxische Substanzen, sichere Alternativen, Stillverträglichkeit
Dosisanpassung bei NiereninsuffizienzRenal eliminierte Wirkstoffe, Metformin, NSAR, Kontrastmittel
Nebenwirkungen und PharmakovigilanzTypische Nebenwirkungen, Meldung von Verdachtsfällen
PsychopharmakaLithium, Antipsychotika, Antidepressiva; Kontrollen, QT-Zeit, Serotoninsyndrom
GlukokortikoideWirkungen und Nebenwirkungen, Dauertherapie, Absetzen, Stressdosis
Immunsuppressiva und BiologikaIndikationen, Infektionsrisiko, Screening vor Therapiebeginn
AntiarrhythmikaVaughan-Williams-Klassen, Proarrhythmie, Kontraindikationen
Antiemetika und MagenschutzWirkstoffgruppen, Nebenwirkungen, Interaktionen
Vergiftungen und AntidoteZuordnung, Zeitfenster, Giftinformationszentrum
Polymedikation und PRISCUS-Liste im AlterPotenziell ungeeignete Arzneimittel, Anticholinerge Last, Deprescribing

Deutscher Rahmen: Quellen und Recht

Verbindlich für Zulassung, Dosierung und Kontraindikation ist die Fachinformation, nachschlagbar über die Rote Liste. Für die Schwangerschaft und Stillzeit gibt es spezialisierte Beratungsstellen für Embryonaltoxikologie. Die Verordnung von Betäubungsmitteln unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV), mit eigenen Rezeptvorgaben. Für ältere Patienten nennt die PRISCUS-Liste potenziell ungeeignete Arzneimittel. Verdachtsfälle unerwünschter Wirkungen werden im Rahmen der Pharmakovigilanz gemeldet, nähere Verfahren regelt das Arzneimittelrecht. Wir haben die Einzelheiten dieser Regelungen nicht geprüft und beschreiben sie bewusst nicht im Detail.

Ärztliche Aufklärung über Arzneimittelrisiken folgt § 630e BGB: verständlich, rechtzeitig, mit Nennung wesentlicher Risiken und Alternativen. Weitere Rechtsgrundlagen finden Sie in der Domäne Recht und Ethik.

Drei typische Fallen

  1. Die richtige Therapie für den falschen Patienten. Metformin und Kontrastmittel bei Niereninsuffizienz, ACE-Hemmer und Sartane in der Schwangerschaft, Betablocker bei Asthma, NSAR bei Herzinsuffizienz. Lesen Sie die Vignette nach Begleiterkrankungen, bevor Sie eine Option bewerten.
  2. Interaktionen über CYP450. Ein Enzyminduktor senkt den Spiegel, ein Inhibitor erhöht ihn. Aufgaben kombinieren ein harmlos wirkendes Antibiotikum oder Antimykotikum mit einem Wirkstoff enger therapeutischer Breite wie Antikoagulantien oder Immunsuppressiva.
  3. Antidot oder Absetzen? Nicht jede Nebenwirkung verlangt ein Antidot. Oft ist die richtige Antwort, das Mittel abzusetzen oder zu pausieren. Prüfen Sie, ob die Option verhältnismäßig ist.

So wiederholen Sie die Domäne

  • Zwei Lerntage: Tag 1 Antibiotika, Antikoagulation, Kardiaka, Antidiabetika, Tag 2 Interaktionen, Schwangerschaft, Niere, Psychopharmaka, Immunsuppressiva, Vergiftungen.
  • Prüfschema auf Karten. Die vier Prüfschritte in Kurzform, laminiert neben dem Bildschirm.
  • Nebenwirkungsmatrix. Klasse, Beispielwirkstoff, typische Nebenwirkung, Kontrolle.
  • In jeder Domäne mitüben. Nach jedem Fächerblock fünf Therapiefragen eines anderen Faches stellen. Das verteilt die Pharmakologie über den ganzen Plan, wie es der Prüfung entspricht.

Drei Denkwege aus Aufgabenmustern

Die folgenden Muster sind eigene Beispiele zur Veranschaulichung, keine Prüfungsfragen und keine Antwortoptionen. Sie zeigen, in welcher Reihenfolge Sie eine Vignette lesen und entscheiden.

Antikoagulation und ein neues Antibiotikum

Bei Patienten unter oraler Antikoagulation fragen Sie zuerst nach Interaktionen. Manche Antibiotika und Antimykotika verändern über das Cytochrom-P450-System oder Transporter den Spiegel. Konsequenz: Mittel wechseln, Spiegel oder Gerinnung kontrollieren. Die Aufgabe belohnt den Blick auf die Kombination, nicht auf das Einzelpräparat.

Bluthochdruck bei einer Schwangeren

Substanzen, die den Embryo oder Fetus schädigen können, sind zu vermeiden. Die Aufgabe will eine Alternative, die für die Schwangerschaft geeignet ist, und eine Begründung. Prüfen Sie auch Stillzeit und Vorerkrankungen. Für Detailfragen existieren spezialisierte Beratungsstellen.

Sturz bei Polymedikation im Alter

Mehrere Wirkstoffe mit Sedierung, Blutdrucksenkung oder anticholinerger Wirkung erhöhen das Sturzrisiko. Die Konsequenz ist keine weitere Verordnung, sondern Überprüfen und Reduzieren, orientiert an der PRISCUS-Liste und an der Frage, welches Mittel noch indiziert ist.

Selbsttest in Stichworten

Beantworten Sie diese Fragen mündlich, ohne Unterlagen. Wo Sie stocken, liegt Ihr nächster Lernblock. Es sind Prüfimpulse, keine Multiple-Choice-Aufgaben.

  • Wie wenden Sie die vier Prüfschritte auf eine Therapieoption an?
  • Welche Substanzklassen sind in der Schwangerschaft kontraindiziert?
  • Welche Wirkstoffe sind Induktoren oder Inhibitoren des Cytochrom-P450-Systems?
  • Welche Medikamente erfordern bei Niereninsuffizienz eine Anpassung?
  • Welche Warnzeichen kündigen eine Lithium-Intoxikation an?
  • Was verlangt das Betäubungsmittelrecht bei der Verordnung?

Lernhinweis zur Reihenfolge

Lernen Sie Wirkstoffe nicht alphabetisch, sondern nach Entscheidungssituation: Welches Mittel wählen Sie bei diesem Patienten, und welches schließen Sie aus? Ordnen Sie jede Substanzklasse nach Wirkprinzip, typischer Nebenwirkung, Kontraindikation und Kontrolle. Diese vier Spalten entsprechen den Prüfschritten und erleichtern den Transfer auf neue Wirkstoffe derselben Gruppe, die der Gegenstandskatalog ausdrücklich zulässt.

Checkliste vor dem Examen

  • Sie prüfen jede Therapieoption auf Niereninsuffizienz, Schwangerschaft, Interaktionen und Kontrollen.
  • Sie kennen die Antidote der häufigsten Vergiftungen.
  • Sie ordnen Nebenwirkungen den Substanzklassen zu.
  • Sie wissen, was bei der Verordnung von Betäubungsmitteln rechtlich zu beachten ist.

Verwandt: Niere und Stoffwechsel und Notfall. Wie Sie solche Aufgaben unter Zeitdruck lösen, zeigt die Kreuzen-Strategie.

Try M2 Staatsexamen practice questions free

Create a free account and answer sample questions with full explanations before you buy a pass.

Practise free

Frequently asked questions

Wie groß ist die Pharmakologie im M2?

Eine Mannheimer Auswertung nennt 9,5 von rund 311 Fragen, etwa 3 %. Eine andere Sekundärquelle nennt etwa 10 %. Unsere Gewichtung setzt 5 % als eigene Domäne an, plus Anteile in jedem Fach.

Nennen Sie Dosierungen?

Nein. Dosierungen übernehmen wir nur, wenn sie sich aus einer Leitlinie oder Fachinformation belegen lassen. Auf dieser Seite sind das keine. Lernen Sie Dosen aus der Fachinformation.

Was ist die PRISCUS-Liste?

Eine Liste potenziell ungeeigneter Arzneimittel für ältere Menschen. Sie gehört in den Themenbereich Polymedikation.

Wie übe ich Pharmakologie am besten?

Mit dem Prüfschema Indikation, Patient, Kombination, Überwachung und in gemischten Blöcken, weil Arzneimittelfragen in allen Fächern vorkommen.

Start practising for M2 Staatsexamen

Original questions, an explanation for every option, and a mock exam built to the blueprint. One exam per pass, from $30.

See passes
Practise M2 Staatsexamen Pricing