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M2 Staatsexamen guide

Kardiologie, Angiologie und Pneumologie im M2: Themen, Fallen und Wiederholung

Etwa jede zehnte M2-Aufgabe betrifft Herz, Gefäße und Lunge. Die Seite zeigt Gewicht, Themen, deutschen Leitlinienrahmen, drei typische Fallen und einen Wiederholungsplan.

Updated October 2026. 5 min read

Kardiologie, Angiologie und Pneumologie machen in unserer Gewichtung rund 10 % des M2 aus, das sind etwa 32 der 320 Aufgaben. Die Domäne ist notfalllastig: Koronarsyndrome, Lungenembolie, Rhythmusstörungen und die akute Dyspnoe kommen in Fallvignetten mit EKG, Laborwerten und Bild. Geprüft wird weniger das Detailwissen als die richtige Reihenfolge der Schritte und die Kontraindikation. Der Gewichtswert ist eine redaktionelle Näherung, denn das IMPP veröffentlicht keine Fachgewichte. Auf dieser Seite sehen Sie die 18 Themenfelder, den deutschen Leitlinienrahmen, drei typische Fallen und einen Wiederholungsplan.

10 %Gewicht (Näherung)
ca. 32erwartete Aufgaben von 320
18Themenfelder
5Lerntage im 100-Tage-Plan

Gewicht und Einordnung

Die Mannheimer Fächerauswertung führt Innere Medizin als Block mit durchschnittlich 72,5 von rund 311 Fragen. Wir verteilen diesen Block auf drei Domänen, und die Herz-Lungen-Domäne ist davon die notfallnächste. Wer sie beherrscht, gewinnt nicht nur Punkte in diesem Fach: Das Muster „Leitsymptom, Basisdiagnostik, Sofortmaßnahme, Therapie“ kehrt in der Chirurgie, Neurologie und Intensivmedizin wieder.

Typisch sind Fallstudien mit vier bis acht Zeilen Anamnese, Vitalzeichen, einem EKG- oder Röntgenbefund und fünf Optionen, von denen zwei fachlich plausibel sind. Der Unterschied liegt oft in einem Satz der Vignette, etwa einer Niereninsuffizienz, einer Schwangerschaft oder der Zeit seit Symptombeginn.

Themen und Prüfungslogik

ThemaWas gefragt wird
Akutes Koronarsyndrom (STEMI, NSTEMI, instabile Angina)Einordnung aus EKG und Troponin, Erstmaßnahmen, Reperfusionsstrategie, Sekundärprophylaxe
Chronisches KoronarsyndromVortestwahrscheinlichkeit, Belastungs- und Bildgebungstest, Dauertherapie, Indikation zur Revaskularisation
Herzinsuffizienz (HFrEF, HFpEF)Diagnostik mit Echokardiografie und natriuretischen Peptiden, prognostische Therapie bei reduzierter Auswurffraktion, Dekompensation
Vorhofflimmern und AntikoagulationRisikoscores für Schlaganfall und Blutung, Frequenz- oder Rhythmuskontrolle, Wahl des Antikoagulans
Bradykarde und tachykarde RhythmusstörungenAV-Blöcke, Schrittmacherindikation, Kardioversion bei Instabilität, supraventrikuläre gegen ventrikuläre Tachykardie
Arterielle Hypertonie und hypertensive KriseDiagnosesicherung, sekundäre Formen, Therapiewahl, Unterschied zwischen Notfall und Dringlichkeit
KlappenvitienAuskultationsbefund, Symptomtrias der Aortenstenose, Interventionsindikation, Endokarditisprophylaxe
Endokarditis, Myokarditis, PerikarditisDiagnosekriterien, Blutkulturen vor Antibiotika, Tamponade erkennen
KardiomyopathienTypen, Familienanamnese, Risiko plötzlicher Herztod, Sportkarenz
Lungenarterienembolie und tiefe BeinvenenthromboseWahrscheinlichkeitsscore, D-Dimere, Bildgebung, Antikoagulation, Lyse bei Instabilität
pAVK und akuter ArterienverschlussStadieneinteilung nach Fontaine, Knöchel-Arm-Index, Therapie, Zeitfenster beim akuten Verschluss
Aortenaneurysma und AortendissektionLeitsymptom, Bildgebung, Stanford A gegen B, Blutdruckeinstellung
COPD und Asthma bronchialeSpirometrie, Stufentherapie, Exazerbation, Unterschiede der beiden Erkrankungen
Ambulant erworbene PneumonieSchweregradabschätzung (CRB-65), ambulante oder stationäre Behandlung, Antibiotikawahl nach Leitlinie
Pleuraerguss und PneumothoraxTranssudat gegen Exsudat, Spannungspneumothorax als Notfall, Drainage
Lungenfibrose und SarkoidoseBildgebung (HRCT), Löfgren-Syndrom, Therapieansätze
Respiratorische Insuffizienz und LungenödemBlutgasanalyse, nichtinvasive Beatmung, kardiales gegen nichtkardiales Lungenödem
BronchialkarzinomHistologische Typen, Staging, paraneoplastische Syndrome

Leitlinien und deutscher Rahmen

Der M2 verlangt deutsche Leitlinienlogik. Nützliche Anker sind die Nationalen VersorgungsLeitlinien (NVL), unter anderem zur chronischen KHK, zur Herzinsuffizienz, zu COPD und zu Asthma, und die S3-Leitlinien der AWMF. Aufbau und Stufenschemata dieser Leitlinien kehren in den Aufgaben wieder. Die gesetzlichen Krankenkassen bieten Disease-Management-Programme für chronisch Kranke an, etwa bei KHK, COPD und Asthma. Prüfen Sie den Wortlaut der aktuellen Fassung im AWMF-Register, bevor Sie Schwellenwerte oder Dosierungen lernen. Wir nennen hier bewusst keine Zahlen, die wir nicht an der Leitlinie verifiziert haben.

Für den Herzstillstand gelten die ERC/GRC-Leitlinien 2025, die wir in der Domäne Anästhesie, Notfall und Intensiv behandeln. Antikoagulation und Interaktionen vertieft die Domäne Pharmakologie. Arzneimittel nennen wir mit deutschen Wirkstoffnamen, ohne Handelsnamen.

Drei typische Fallen

  1. Diagnose statt Schritt. Bei Brustschmerz fragt die Aufgabe oft nicht nach der Diagnose, sondern nach dem nächsten Schritt. Das EKG kommt vor dem Labor, und bei eindeutigem STEMI kommt die Reperfusion vor jeder weiteren Bildgebung. Unterstreichen Sie das Fragewort, bevor Sie die Vignette lesen.
  2. Stabil oder instabil. Bei der Lungenembolie ändert die hämodynamische Instabilität die Therapie, ebenso bei Bradykardie und Tachyarrhythmie. Prüfen Sie in der Vignette Blutdruck, Bewusstsein, Schmerz und Zeichen der Herzinsuffizienz, bevor Sie eine Option wählen.
  3. Kontraindikation im Nebensatz. Antikoagulation bei Blutungsneigung, Betablocker bei Asthma, ACE-Hemmer in der Schwangerschaft, Kontrastmittel bei Niereninsuffizienz. Die an sich richtige Therapie scheitert häufig an einem Satz, den man überliest.

So wiederholen Sie die Domäne

  • Fünf Lerntage im 100-Tage-Plan. Ein Tag akute Koronar- und Gefäßnotfälle, ein Tag Herzinsuffizienz und Rhythmus, ein Tag Hypertonie, Klappen und Entzündungen, zwei Tage Pneumologie.
  • EKG-Routine. Befunden Sie täglich zehn EKGs nach demselben Schema: Rhythmus, Frequenz, Lagetyp, Zeiten, ST-Strecke. Das spart in der Prüfung Zeit.
  • Fragen vor Lehrbuch. 40 Fragen im Zeitmodus, danach nur zu den Fehlern nachlesen. Der Ablauf steht im 100-Tage-Lernplan.
  • Entscheidungskarten. Eine Karte pro Fehler, mit der Regel in der Form „stabil: A, instabil: B“.
  • Querverbindungen üben. Lungenembolie, Pneumonie und Herzinsuffizienz teilen sich das Leitsymptom Dyspnoe. Üben Sie die Abgrenzung in gemischten Blöcken.

Drei Denkwege aus Aufgabenmustern

Die folgenden Muster sind eigene Beispiele zur Veranschaulichung, keine Prüfungsfragen und keine Antwortoptionen. Sie zeigen, in welcher Reihenfolge Sie eine Vignette lesen und entscheiden.

Brustschmerz mit EKG-Veränderung

Alter, Dauer und Charakter des Schmerzes ordnen die Lage. ST-Hebungen in zwei benachbarten Ableitungen mit passender Klinik bedeuten STEMI, und die Entscheidung heißt Reperfusion ohne Zeitverlust. Fehlen Hebungen, entscheiden Troponin und Verlauf zwischen NSTEMI und instabiler Angina. Eine Option, die in der akuten Lage zuerst Echokardiografie oder Belastungstest vorschlägt, ist fast immer falsch. Prüfen Sie danach die Begleitumstände: Blutungsneigung, bestehende Antikoagulation, Niereninsuffizienz.

Akute Dyspnoe nach Operation oder Reise

Plötzlicher Beginn, Tachykardie, Beinschwellung und ein Risikofaktor wie Immobilisation sprechen für eine Lungenembolie. Die Aufgabe fragt dann nach Wahrscheinlichkeitsabschätzung, D-Dimeren oder Bildgebung. Bei hämodynamischer Instabilität steht die sofortige Therapie vor der Diagnostik, sonst folgt die Abfolge aus Score, Test und Bildgebung. Dasselbe Leitsymptom kann Pneumothorax, Herzinsuffizienz oder Pneumonie bedeuten. Suchen Sie das trennende Detail: einseitig abgeschwächtes Atemgeräusch, Ödeme, Fieber.

Neu aufgetretenes Vorhofflimmern

Bei Instabilität ist die elektrische Kardioversion der Weg. Bei stabilen Patienten stellen sich drei Fragen: Frequenz- oder Rhythmuskontrolle, Antikoagulation nach Risikoscore und die Dauer des Bestehens. Sie bestimmt, ob vor einer Kardioversion eine Antikoagulation oder ein Thrombenausschluss nötig ist. Lesen Sie Begleiterkrankungen wie Herzinsuffizienz, Klappenvitium und Niereninsuffizienz, weil sie die Wahl des Medikaments einschränken.

Checkliste vor dem Examen

  • Sie können STEMI, NSTEMI und instabile Angina anhand von EKG und Troponin trennen und die Erstmaßnahmen in der richtigen Reihenfolge nennen.
  • Sie wissen, wann bei Vorhofflimmern antikoaguliert wird und worauf Sie bei der Wahl des Mittels achten.
  • Sie erkennen Spannungspneumothorax, Lungenembolie und Aortendissektion in der Vignette und kennen den ersten Schritt.
  • Sie ordnen COPD und Asthma sowie Pneumonie nach Schweregrad der richtigen Versorgung zu.

Weitere Domänen: Gastroenterologie, Nephrologie, Endokrinologie und Neurologie. Die gesamte Übersicht finden Sie im Hub.

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Frequently asked questions

Wie viele M2-Fragen betreffen Kardiologie und Pneumologie?

In unserer Gewichtung etwa 10 %, das sind rund 32 von 320 Aufgaben. Das IMPP veröffentlicht keine Fachgewichte, der Wert ist eine redaktionelle Näherung.

Welche Leitlinien soll ich dafür lernen?

Die Nationalen VersorgungsLeitlinien zu KHK, Herzinsuffizienz, COPD und Asthma sowie die S3-Leitlinien der AWMF. Prüfen Sie Schwellenwerte immer in der aktuellen Fassung.

Wie viele Lerntage sind dafür vorgesehen?

Im 100-Tage-Plan fünf Lerntage im Fächerdurchgang. Wer hier schwach ist, tauscht Tage aus anderen Domänen.

Wo lerne ich Reanimation?

In der Domäne Anästhesie, Notfall und Intensiv, auf Basis der ERC/GRC-Leitlinien 2025.

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