Der 100-Tage-Plan beginnt am Montag, 4. Januar 2027, und endet mit dem ersten Prüfungstag am Dienstag, 13. April 2027. Er hat vier Phasen: 10 Tage Standortbestimmung, 50 Tage Fächerdurchgang, 25 Tage Kreuzen und Lücken, 15 Tage Simulation und Entlastung. Jeder siebte Tag ist frei. Wenn weniger Zeit bleibt, gibt es unten eine 8-Wochen-Fassung für Vollzeit, wenn Sie arbeiten oder Famulatur haben, eine 16-Wochen-Fassung. Alle Zahlen sind Empfehlungen von TriagePass, keine Vorgaben des IMPP.
Was der Plan voraussetzt
Drei Eigenschaften des M2 bestimmen jeden guten Lernplan. Erstens die Menge: 320 Aufgaben an drei Tagen, rund 106 bis 107 pro Tag. Zweitens die Zeit: Bei fünf Stunden pro Tag bleiben knapp 2,8 Minuten pro Aufgabe. Drittens die Form: Etwa 60 % der Aufgaben sind Fallstudien, im Frühjahr 2026 waren es 192 von 317. Wissen allein reicht also nicht. Sie müssen es in einer langen Vignette finden, einordnen und abrufen.
Deshalb ist die Fragenbank im Plan das Hauptwerkzeug und das Nachlesen die Reaktion auf Fehler. Nicht umgekehrt. Wer zuerst Kapitel liest und erst später kreuzt, merkt die Lücken zu spät. Inhaltlich orientiert sich der Plan an den zwölf Domänen, die Sie im Hub mit Gewichten finden. Die Gewichte sind redaktionelle Näherungen, weil das IMPP keine veröffentlicht.
Welche Länge zu Ihnen passt
| Plan | Lernzeit pro Tag | Passt zu | Hauptrisiko |
|---|---|---|---|
| 8 Wochen (56 Tage) | 7 bis 8 Stunden, 6 Tage pro Woche | Vollzeit lernen, solide Basis aus dem PJ | Kein Puffer; ein verlorener Tag schiebt alles |
| 100 Tage (14 Wochen) | 5 bis 6 Stunden, 6 Tage pro Woche | Die meisten Prüflinge, auch mit Nebenjob | Zu lange Anlaufphase |
| 16 Wochen (112 Tage) | 3 bis 4 Stunden, 6 Tage pro Woche | Arbeit, Famulatur oder Kinder neben dem Lernen | Motivationsloch in der Mitte |
Rechnen Sie ehrlich. Wer 100 Tage wählt, aber an 40 davon nur zwei Stunden schafft, ist faktisch in der 16-Wochen-Welt und sollte den längeren Plan wählen.
Der 100-Tage-Plan im Überblick
| Phase | Tage und Datum | Ziel | Richtwert |
|---|---|---|---|
| 1. Standortbestimmung | Tag 1 bis 10 (04.01. bis 13.01.2027) | Schwächen kennen, Rhythmus aufbauen | 2 gemischte Blöcke pro Tag, ca. 40 bis 60 Fragen |
| 2. Fächerdurchgang | Tag 11 bis 60 (14.01. bis 04.03.2027) | Alle zwölf Domänen einmal tief bearbeiten | ca. 80 Fragen pro Lerntag, danach gezieltes Nachlesen |
| 3. Kreuzen und Lücken | Tag 61 bis 85 (05.03. bis 29.03.2027) | Gemischte Blöcke, Fehlerwiederholung, Tempo | ca. 100 Fragen pro Lerntag, alle als Mischblöcke |
| 4. Simulation und Entlastung | Tag 86 bis 100 (30.03. bis 13.04.2027) | Echte Prüfungsbedingungen, dann Ruhe | 2 Probetage, 1 Halbtag, dann nur noch Wiederholung |
Jeder siebte Tag, also jeder Sonntag, ist frei. Das sind 14 freie Tage und 86 Lerntage. Tag 7 ist Sonntag, der 10. Januar 2027, die Antragsfrist beim Landesprüfungsamt. Ihr Antrag sollte da längst raus sein, siehe Anmeldung, Termine und Gebühren.
Phase 1: Standortbestimmung (Tag 1 bis 10)
Beginnen Sie mit gemischten Blöcken aus allen Fächern unter Zeitmodus. Das tut weh und ist gewollt. Sie brauchen drei Zahlen: Ihre Quote pro Domäne, Ihre Zeit pro Aufgabe und die Gründe für jeden Fehler. Teilen Sie Fehler in vier Klassen ein: Wissen fehlt, Frage falsch gelesen, Zeit abgebrochen, zwei Optionen gekippt. Aus dieser Liste entsteht die Reihenfolge für Phase 2.
Legen Sie außerdem den Tagesrhythmus fest und halten Sie ihn ein. Wer in Phase 1 um 08:00 Uhr beginnt, sollte um 09:00 Uhr kreuzen können, so wie im Examen. Der Körper lernt die Prüfungsuhrzeit mit.
Phase 2: Fächerdurchgang (Tag 11 bis 60)
In diesen 50 Tagen liegen 43 Lerntage. Sie verteilen sich so auf die Domänen:
| Domäne | Lerntage | Begründung |
|---|---|---|
| Chirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie | 6 | größtes Gewicht (ca. 15 %) |
| Kardiologie, Angiologie, Pneumologie | 5 | ca. 10 %, viele Notfälle |
| Gastro, Nephro, Endokrinologie | 5 | ca. 10 %, viele Laborwerte |
| Hämatologie, Onkologie, Rheuma, Infektiologie | 5 | ca. 10 %, breite Themenliste |
| Neurologie | 4 | ca. 10 %, laut Hochschulauswertung zweitgrößtes Einzelfach |
| Recht, Ethik, Public Health, Arbeits- und Rechtsmedizin | 4 | ca. 10 %, gut lernbar, oft vernachlässigt |
| Dermatologie, Urologie, Auge, HNO | 3 | ca. 10 %, viele Einzelthemen |
| Anästhesie, Notfall, Intensiv | 3 | ca. 5 %, Algorithmen |
| Pädiatrie | 2 | ca. 5 % |
| Gynäkologie und Geburtshilfe | 2 | ca. 5 % |
| Psychiatrie und Psychosomatik | 2 | ca. 5 % |
| Pharmakologie | 2 | ca. 5 %, zusätzlich in jedem Fach |
Tauschen Sie Tage, wenn Ihre Phase-1-Auswertung es nahelegt. Wer in Neurologie bei 40 % liegt und in Chirurgie bei 75 %, gibt Neurologie zwei Tage mehr. Der Ablauf eines Lerntages bleibt gleich:
- Block 1 am Vormittag. 40 Fragen im Zeitmodus aus der Tagesdomäne, rund 110 Minuten.
- Auswertung. Jede falsche und jede unsichere Frage lesen, auch die richtig geratenen. Pro Fehler ein Satz auf einer Karte.
- Gezieltes Nachlesen. Leitlinie oder Lehrbuch nur zu den Themen mit Fehlern. Keine Kapitel von vorn.
- Block 2 am Nachmittag. 40 neue Fragen, diesmal zwei Domänen gemischt, damit der Kontextwechsel trainiert wird.
- Abend. 30 Minuten Karten, die am selben Tag entstanden sind, plus Karten von vor drei und sieben Tagen.
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Phase 3: Kreuzen und Lücken (Tag 61 bis 85)
Jetzt wechselt der Plan von Fächern zu Mischblöcken. Pro Lerntag 100 Fragen in drei Blöcken, alle fächerübergreifend. Die Hälfte Ihrer Zeit gilt der Wiederholung falscher Fragen aus Phase 2. Damit schließen Sie Lücken, die ein Durchgang nicht sicher beseitigt.
Setzen Sie einmal pro Woche einen Schwerpunkttag für Ihre drei schwächsten Domänen an. Und üben Sie die Technik, nicht nur das Wissen: erst die Frage lesen, dann die Vignette, eine Option sicher ausschließen, zwei Minuten Limit pro Aufgabe. Die Methoden stehen im Leitfaden zur Kreuzen-Strategie.
Phase 4: Simulation und Entlastung (Tag 86 bis 100)
- Tag 90 (Samstag, 03.04.2027): zweiter Probetag mit 106 Fragen in fünf Stunden, zur echten Uhrzeit, ohne Handy. Danach zwei Stunden Auswertung. Der erste Probetag liegt noch in Phase 3 (Tag 83, Samstag, 27.03.2027), damit Sie zwei Vergleichswerte haben.
- Tag 94 (Mittwoch, 07.04.2027): Halbtag mit 53 Fragen in zweieinhalb Stunden.
- Tag 95 bis 97: nur noch Fehlerkarten, kurze Wiederholung des Rechts- und Notfallstoffs, keine neuen Themen.
- Tag 98 (Sonntag): frei.
- Tag 99 (Montag, 12.04.2027): Anreise, Ausweis und Ladung prüfen, früh schlafen.
- Tag 100 (Dienstag, 13.04.2027): erster Prüfungstag.
Warum nur zwei volle Probetage? Weil ein Probetag mit Auswertung mehr als einen halben Lerntag kostet und die Ausdauer nicht unbegrenzt wächst. Mehr als drei bringen selten etwas, weniger als zwei lassen Sie ohne Vergleich.
Die 8-Wochen-Fassung (56 Tage)
Start am Dienstag, 16. Februar 2027, Ende am Montag, 12. April 2027. Der Plan setzt voraus, dass Sie 7 bis 8 Stunden am Tag lernen können und nicht bei null anfangen.
| Abschnitt | Tage | Inhalt |
|---|---|---|
| Standortbestimmung | 1 bis 3 | Zwei Mischblöcke pro Tag, Fehlerklassen anlegen |
| Fächerdurchgang | 4 bis 30 | Alle zwölf Domänen in je 1 bis 4 Tagen; etwa 23 Lerntage |
| Kreuzen und Lücken | 31 bis 45 | Mischblöcke mit mindestens 100 Fragen pro Tag |
| Simulation und Entlastung | 46 bis 56 | Zwei Probetage, ein Halbtag, danach leichte Wiederholung |
Streichen Sie in dieser Fassung keine Domäne. Kürzen Sie stattdessen die Zeit pro Domäne und priorisieren Sie nach Gewicht und eigener Schwäche. Das kleine Fach Psychiatrie bekommt einen Tag, Chirurgie dagegen vier.
Die 16-Wochen-Fassung (112 Tage)
Start am Dienstag, 22. Dezember 2026, Ende am Montag, 12. April 2027. Die Weihnachtswoche zählt als Anlaufphase mit Mischblöcken und viel Pause. Der Plan setzt 3 bis 4 Stunden am Tag voraus.
| Abschnitt | Wochen | Inhalt |
|---|---|---|
| Anlauf und Standortbestimmung | 1 bis 2 | Mischblöcke, Rhythmus, Fehlerklassen |
| Fächerdurchgang | 3 bis 10 | Pro Woche ein bis zwei Domänen, 40 Fragen pro Tag |
| Puffer | 11 | Nachholen, Krankheit, Schwächen |
| Kreuzen und Lücken | 12 bis 14 | Mischblöcke, Fehlerwiederholung |
| Simulation und Entlastung | 15 bis 16 | Zwei Probetage, ein Halbtag, Ruhe |
Wenn Sie im Rückstand sind
Kein Plan hält ohne Abweichung. Entscheidend ist, wie Sie reagieren. Folgende Regeln helfen, ohne den Gesamtplan zu zerstören.
- Nicht aufholen, sondern streichen. Verpasste Tage verschieben nicht den ganzen Plan nach hinten. Streichen Sie zuerst Themen mit geringem Gewicht und hoher Sicherheit, nicht die Probetage.
- Pufferwochen nutzen. In jeder Fassung sind Wiederholungs- und Reservetage eingebaut. Sie sind für solche Fälle gedacht.
- Zwei Tage in Folge ausfallen. Dann den Tagesumfang für drei Tage um ein Viertel kürzen, statt doppelt zu lernen. Überforderung verlängert den Rückstand.
- Krankheit. Planen Sie Genesung ein. Wer krank lernt, lernt wenig. Sprechen Sie bei längerer Erkrankung mit dem Landesprüfungsamt über Rücktritt und Nachteilsausgleich, bevor die Frist abläuft.
Ein Wochenrhythmus, der sich bewährt
Unabhängig von der Länge des Plans hilft ein fester Wochenrhythmus. Die folgende Verteilung ist ein Vorschlag, den Sie an Ihren Alltag anpassen.
| Tag | Schwerpunkt |
|---|---|
| Montag bis Donnerstag | Fachdomäne: Fragen, Nachlesen, Karten |
| Freitag | Gemischter Block unter Zeitdruck und Fehleranalyse |
| Samstag | Wiederholung der Fehlerkarten, kleine Fächer, Rechtsmerkliste |
| Sonntag | Frei oder leichte Wiederholung, mindestens ein halber Tag Pause |
Der freie Tag ist kein Luxus. Wer sieben Tage die Woche lernt, verliert Aufmerksamkeit und macht in den Probetagen mehr Flüchtigkeitsfehler. Die Pausen gehören zum Plan.
Woran Sie merken, dass der Plan trägt
Messen Sie wöchentlich drei Größen: die Quote im Mischblock, die Zeit pro Aufgabe und den Anteil der Wissensfehler. Steigt die Quote und sinkt der Wissensanteil, passt der Plan. Bleibt die Quote stehen, obwohl die Wissensfehler sinken, sind es Technikfehler und Sie brauchen mehr Zeitmodus. Sinkt die Quote in Phase 3, ist meistens der Schlaf der Grund und nicht das Wissen.
Absolute Prozentwerte aus der Übungsbank lassen sich nicht eins zu eins auf das Examen übertragen. Die Bestehensgrenze ist relativ zur Referenzgruppe (im Frühjahr 2026 179 von 317). Aussagekräftig ist Ihre eigene Entwicklung, nicht die einzelne Zahl. Mehr dazu unter Bestehensgrenze und Benotung.
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Frequently asked questions
Wann muss ich mit dem 100-Tage-Plan beginnen?
Für den Termin vom 13. bis 15. April 2027 ist Tag 1 der 4. Januar 2027, wenn Tag 100 der erste Prüfungstag sein soll. Haben Sie weniger Zeit, nutzen Sie die 8-Wochen-Fassung mit Start am 16. Februar 2027.
Wie viele Fragen sollte ich pro Tag kreuzen?
Als Richtwert 80 Fragen pro Lerntag im Fächerdurchgang und etwa 100 in den Mischblöcken. Das ist eine Empfehlung von TriagePass. Wichtiger als die Zahl ist die Auswertung: Lesen Sie jede falsche und jede unsichere Frage nach.
Brauche ich Lehrbücher, wenn ich mit Fragen lerne?
Zum gezielten Nachlesen ja, aber nicht kapitelweise. Lesen Sie nur zu den Themen, bei denen Sie Fehler gemacht haben. Für Leitlinienwerte nutzen Sie die aktuelle Fassung im AWMF-Register.
Wie viele Probetage sind sinnvoll?
Wir empfehlen zwei volle Probetage mit 106 Fragen in fünf Stunden und einen Halbtag. Mehr kosten viel Zeit für die Auswertung, weniger geben Ihnen keinen Vergleichswert.
Kann ich den Plan auch für die Kenntnisprüfung nutzen?
Nur eingeschränkt. Die Kenntnisprüfung ist mündlich-praktisch. Die Phasen mit Fächerdurchgang und Fehleranalyse helfen beim Wissen, das mündliche Gespräch und die Patientenvorstellung müssen Sie zusätzlich üben. Mehr dazu im Leitfaden zur Kenntnisprüfung.