Pädiatrie und Neonatologie machen in unserer Gewichtung rund 5 % des M2 aus, etwa 16 von 320 Aufgaben. In der Mannheimer Auswertung ist die Pädiatrie mit durchschnittlich 20,8 von rund 311 Fragen (etwa 7 %) das viertgrößte Einzelfach. Die Aufgaben folgen festen Mustern: Altersabhängige Diagnosen, Notfälle im Säuglingsalter, Impfkalender, Vorsorgeuntersuchungen und Kinderschutz. Ein Kind ist kein kleiner Erwachsener, und die Aufgaben prüfen genau das: Normwerte, Dosierung nach Körpergewicht und Erkrankungen, die nur in einem Lebensalter auftreten.
Wie Pädiatrie-Aufgaben aufgebaut sind
Das Alter steht fast immer im ersten Satz der Vignette und entscheidet über die Antwort. Ein Fieber beim Neugeborenen ist ein anderes Problem als beim Schulkind, ein Husten im Alter von zwei Jahren führt zu anderen Diagnosen als im Säuglingsalter. Lesen Sie deshalb zuerst das Alter und ordnen Sie dann die Diagnose zu. Zweitens sind viele Aufgaben Wahrnehmungsaufgaben: Sehen Sie einen Säugling, der zu wenig trinkt, einen Jugendlichen mit Bauchschmerz, ein Kleinkind mit Husten und Stridor? Welche Notfälle verbergen sich dahinter?
Themen und Prüfungslogik
| Thema | Was gefragt wird |
|---|---|
| Neugeborenenerstversorgung und Apgar | Bewertung, Maßnahmen bei Atemstörung, Reanimation des Neugeborenen |
| Neonatale Erkrankungen | Ikterus, Atemnotsyndrom, Infektionen, Therapie |
| Entwicklungsdiagnostik und Vorsorgeuntersuchungen (U1 bis U9) | Meilensteine, Auffälligkeiten, Förderung |
| Impfungen im Kindesalter | Impfkalender nach STIKO, Nachholimpfungen, Kontraindikationen |
| Kinderkrankheiten | Masern, Röteln, Windpocken, Scharlach: Erkennen, Komplikationen, Meldung, Besuchsverbot |
| Fieber und fieberhafter Infekt beim Säugling | Risikoeinschätzung, Diagnostik, wann stationär |
| Pseudokrupp und Epiglottitis | Abgrenzung, Therapie, keine Racheninspektion bei Verdacht |
| Bronchiolitis und obstruktive Bronchitis | Erreger, Verlauf, Kriterien für stationäre Aufnahme |
| Kongenitale Herzfehler | Zyanose gegen Links-rechts-Shunt, Leitbefunde, Notfälle |
| Kindliche Gastroenteritis und Dehydratation | Dehydratationsgrad, orale gegen intravenöse Rehydratation |
| Kinderchirurgische Notfälle | Invagination, Pylorusstenose, Hodentorsion beim Jungen |
| Kindesmisshandlung und Kinderschutz | Verdachtsmerkmale, Vorgehen, Schweigepflicht und Meldung |
| Chronische Erkrankungen | Diabetes mellitus Typ 1, Mukoviszidose; Diagnose, Therapie, Schulung |
| Angeborene Stoffwechselerkrankungen, Neugeborenenscreening | Zielkrankheiten, Zeitpunkt, Konsequenzen |
| Plötzlicher Kindstod, Fremdkörperaspiration | Prävention, Erste Hilfe, Erkennen |
Impfungen nach STIKO 2026
Die Impfempfehlungen sind prüfungsrelevant und wurden 2026 aktualisiert. Die folgende Übersicht fasst die STIKO-Empfehlungen 2026 (Epidemiologisches Bulletin 4/2026) nach Sekundärzusammenfassungen zusammen. Prüfen Sie jede Zahl gegen die Tabelle des RKI, bevor Sie sie auswendig lernen.
| Impfung | Empfehlung (Zusammenfassung) |
|---|---|
| Sechsfachimpfstoff | 2, 4 und 11 Monate (2+1-Schema); bei Frühgeborenen zusätzliche Dosis mit 3 Monaten |
| Pneumokokken und Meningokokken B | Pneumokokken 2, 4, 11 Monate; Meningokokken B 2, 4, 12 Monate |
| MMR und Varizellen | Erste Dosis mit 11 Monaten, zweite mit 15 Monaten |
| Rotavirus | Ab 6 Wochen, 2 oder 3 Dosen im Abstand von mindestens 4 Wochen |
| RSV-Prophylaxe | Monoklonaler Antikörper (Nirsevimab), einmalig, möglichst früh in der RSV-Saison |
| HPV | 9 bis 14 Jahre, zwei Dosen im Abstand von mindestens 5 Monaten; Nachholung bis zum Tag vor dem 18. Geburtstag |
| MenACWY | 12 bis 14 Jahre; Nachholung bis unter 25 Jahre; die MenC-Impfung im Kleinkindalter entfällt |
Recht und Rahmen in Deutschland
Besuchs- und Tätigkeitsverbote nach § 34 IfSG betreffen Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen, unter anderem bei Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Scharlach, Impetigo contagiosa und Skabies sowie bei infektiöser Gastroenteritis von Kindern unter sechs Jahren. Die Wiederzulassung setzt die ärztliche Feststellung voraus, dass keine Weiterverbreitung mehr zu befürchten ist. Namentliche Meldungen gehen spätestens 24 Stunden nach Kenntnis an das Gesundheitsamt (§ 9 Abs. 3). Bei der Aufklärung Minderjähriger gilt: zusätzlich entsprechend ihrem Verständnis, soweit es ihrem Wohl nicht widerspricht (§ 630e Abs. 5 BGB). Zum Kinderschutz sehen Schweigepflichtnormen eine Befugnis zur Information des Jugendamts bei Gefährdung vor; den Wortlaut des einschlägigen Kinderschutzgesetzes (KKG) haben wir nicht geprüft. Die Vorsorgeintervalle der Kinder-Richtlinie des G-BA nennen wir nicht, weil wir sie nicht an der Richtlinie verifiziert haben.
Drei typische Fallen
- Alter überlesen. Diagnose und Normwerte hängen am Lebensalter. Unterstreichen Sie das Alter, bevor Sie Befunde lesen.
- Pseudokrupp gegen Epiglottitis. Bei Verdacht auf Epiglottitis keine Racheninspektion und kein Hinlegen, der Atemweg hat Priorität. Beim Pseudokrupp stehen Glukokortikoide und Adrenalin-Inhalation im Mittelpunkt.
- Dosierung nach Körpergewicht. Kinderdosen werden nach Gewicht berechnet. Aufgaben bieten Erwachsenendosen als falsche Option an. Prüfen Sie Einheit und Größenordnung.
So wiederholen Sie die Domäne
- Zwei Lerntage: Tag 1 Neugeborene, Entwicklung, Impfungen, Infektionskrankheiten, Tag 2 Notfälle, Chirurgie, chronische Krankheiten, Kinderschutz.
- Impfkalender als Zeitstrahl. Zeichnen Sie ihn aus dem Gedächtnis und gleichen Sie mit der RKI-Tabelle ab.
- Altersleitfaden. Für Fieber, Husten, Erbrechen und Bauchschmerz je eine Karte mit Diagnosen nach Altersgruppen.
- Notfallkarten. Invagination, Pylorusstenose, Epiglottitis, Fremdkörper: Leitsymptom, Bildgebung, Therapie.
Drei Denkwege aus Aufgabenmustern
Die folgenden Muster sind eigene Beispiele zur Veranschaulichung, keine Prüfungsfragen und keine Antwortoptionen. Sie zeigen, in welcher Reihenfolge Sie eine Vignette lesen und entscheiden.
Säugling von sechs Wochen mit Fieber
Bei jungen Säuglingen ist Fieber ein Notfall mit niedriger Schwelle für stationäre Aufnahme und Sepsisdiagnostik. Optionen, die „abwarten und kontrollieren“ vorschlagen, sind in diesem Alter falsch. Prüfen Sie Allgemeinzustand, Trinkverhalten und Impfstatus.
Bellender Husten und Stridor beim Kleinkind
Nächtlicher bellender Husten mit inspiratorischem Stridor spricht für einen Pseudokrupp: Beruhigung, Glukokortikoid, bei Bedarf Adrenalin inhalativ. Speichelfluss, hohes Fieber, schweres Krankheitsgefühl und eine sitzende Haltung sprechen für Epiglottitis, und hier gilt: keine Racheninspektion, Atemweg sichern.
Anfallsartiges Schreien, Erbrechen und blutiger Stuhl
Das Bild passt zur Invagination. Die Diagnostik ist die Sonografie, die Therapie je nach Befund Reposition oder Operation. Die Aufgabe will die zeitnahe Abklärung, nicht eine rein symptomatische Behandlung.
Selbsttest in Stichworten
Beantworten Sie diese Fragen mündlich, ohne Unterlagen. Wo Sie stocken, liegt Ihr nächster Lernblock. Es sind Prüfimpulse, keine Multiple-Choice-Aufgaben.
- Welche Meilensteine erwarten Sie mit 6, 12 und 24 Monaten?
- Wie bewerten Sie Fieber bei einem Säugling nach Alter?
- Wie unterscheiden Sie Pseudokrupp, Epiglottitis und Fremdkörperaspiration?
- Welche Erkrankungen führen zu Besuchsverbot nach § 34 IfSG?
- Welche Zeichen sprechen für eine Kindesmisshandlung, und welche Schritte folgen?
- Welche Grundlagen hat das Neugeborenenscreening?
Checkliste vor dem Examen
- Sie ordnen Leitsymptome der richtigen Altersgruppe zu.
- Sie kennen Impfkalender und Nachholschemata in der aktuellen Fassung.
- Sie wissen, welche Kinderkrankheiten zu Meldung und Besuchsverbot führen.
- Sie erkennen kinderchirurgische Notfälle.
Verwandt: Gynäkologie und Geburtshilfe (Neugeborenes), Infektiologie, Recht.
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Frequently asked questions
Wie viele Aufgaben hat die Pädiatrie im M2?
Nach unserer Näherung rund 5 %, etwa 16 von 320. Eine Mannheimer Auswertung nennt durchschnittlich 20,8 von rund 311 Fragen, etwa 7 %. Das IMPP veröffentlicht keine Fachgewichte.
Wo finde ich den aktuellen Impfkalender?
In den STIKO-Empfehlungen 2026 im Epidemiologischen Bulletin 4/2026 des RKI. Unsere Übersicht stammt aus Sekundärzusammenfassungen, prüfen Sie Zahlen gegen die RKI-Tabelle.
Welche Kinderkrankheiten führen zu einem Besuchsverbot?
Nach § 34 Abs. 1 IfSG unter anderem Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Scharlach, Impetigo contagiosa und Skabies. Hinzu kommen Kinder unter sechs Jahren mit infektiöser Gastroenteritis.
Muss ich die Vorsorgeintervalle U1 bis U9 kennen?
Sie sollten Inhalte und Zeitrahmen der Kinder-Richtlinie des G-BA kennen. Wir nennen hier keine Intervalle, weil wir sie nicht an der Richtlinie verifiziert haben.